Steuergelder-Sparen mit Videokonferenzen

21. April 2010 § Hinterlasse einen Kommentar

Nachdem Europas Telekommunikations-Minister von Eyjafjallajökull zur Telekonferenz gezwungen wurden und Einigung erzielten, werden Kostenfragen neu gestellt

Keine Zeitung in Europa, die derzeit nicht Lektionen aus dem „Asche-Chaos“ bereithält. Manches davon wird sich vermutlich in den nächsten Wochen, Normalbetrieb über den Wolken vorausgesetzt, im Flug auflösen, ein Hinweis könnte sich verhaken: Wären nicht manche der teuren Meetings besser in Videokonferenzen aufgehoben? Könnte man nicht einiges an Flugkosten und Spesen sparen und das Geld in Zeiten schmaler Kassen für nötigere Ausgaben verwenden?

Der Ausstoß des isländischen Vulkans zwang am vergangenen Montag nun ausgerechnet die EU-Minister, die für den Bereich der Telekommunikation zuständig sind, dazu, sich via Videokonferenz über Europas digitaler Zukunft zu beraten. Ohne die Ascheströme aus dem Norden hätte man sich unter Spaniens Sonne im frühlingshaften Granada getroffen, um dort eine gemeinsame Rahmen-Erklärung zur digitalen EU-Strategie zu formulieren. Die Erklärung der EU-IT-Minister heißt denn auch „Granada-Declaration“, obwohl ihr vielleicht auch der Name „Home-Office-Declaration“ gut angestanden wäre. Sie scheint, jedenfalls berichtet PC-World in diesem Sinne, „Applaus von Seiten der Industrie“ gefunden zu haben. Die EU-Kommissarin Neelie Kroes bewertete die Erklärung gar als „Meilenstein, als äußerst wichtigen Baustein für ein echtes Europäisches Digital Programm“.

Vom Inhalt der Erklärung mal abgesehen – es ging in vorderster Linie um die Einführung von Open Standards im Behörden-IT-Verkehr – und auch einmal davon abgesehen, dass Erklärungen auf der EU-Ebene immer den „Applaus der Industrie“ suchen und öfter finden als den Applaus der Bevölkerung, so demonstriert diese Bewertung doch, dass der Output der Videokonferenz sich nicht wesentlich von Ergebnissen herkömmlicher EU-Konferenzen unterscheidet.

Dies widerspricht dem Argument der französischen Staatssekretärin für „digitale Ökonomie“, Nathalie Kosciusko-Morizet. Sie hatte nach Informationen des Magazins Computerworld zunächst Stimmen recht gegeben, die dafür plädierten künftig alle Treffen dieser Art als Videokonferenz stattfinden zu lassen. Dann war ihr allerdings eingefallen, dass man schwache Ergebnisse mit ihrem Zustandekommen auf einer Tele-Konferenz erklären könnte.

Demgegenüber hatte der Sprecher von Neelie Kroes, Jonathan Todd, jedoch eingewandt, dass es „keinen Grund“ gebe, weshalb Videokonferenzen schlechtere Ergebnisse als face-to-face-Treffen erbringen sollten: Wenn es die EU-Finanzminister geschafft hätten, sich per Videokonferenz über einen Rettungsplan für Griechenland in Höhe von 30 Milliarden Euro zu einigen, dann sollte dies auch für andere Treffen, wie etwa das IT-Treffen, gelten.

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