Superflex—flooded McDonalds

24. Mai 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

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Die drei dänischen Künstler, die unter dem Namen “Superflex” zusammenarbeiten, haben bereits mit einer Reihe von spannenden und politisch orientierten Projekten internationale Aufmerksamkeit erlangt.

Superflex kommentiert die soziale und ökonomische Ungleichheit der Welt und greift mit verschiedenen Projekten teilweise direkt in die globalen Marktmechanismen und politischen Machtstrukturen ein. Die Künstler haben unter anderem eine Biogasanlage in Afrika realisiert, unter dem Label Guaraná Power in Zusammenarbeit mit brasilianischen Bauern einen Energydrink produziert und die Rezeptur für ein neues Bier namens Free Beer für jedermann kreiert und zugänglich gemacht. Ferner hat Superflex 2007 eine Kampagne für die Teilnahme der Palästinenser am Eurovision Song Contest lanciert. 2008 produzierte die Künstlergruppe den Film Burning Car, eine elfminütige Aufnahme eines brennenden Autos, dessen inszenierter Realismus als visuell-symbolistische Reaktion auf die alltäglichen Katastrophenbilder der Medien verstanden werden sollte.

Flooded McDonald’s (2008) ist eine Videoinstallation, in der ein menschenleeres McDonald’s Restaurant überschwemmt wird. Das Wasser steigt langsam aber stetig während der 20 Minuten, die dieser konzeptuelle Katastrophenfilm dauert. Indessen schwimmen Happy Meals und anderes wohlbekanntes McDonald’s-Inventar im zunehmend trüben Wasser. Die internationale Fastfood-Kultur mit ihrer Ikone McDonald’s und das Phänomen weltweiter Überschwemmungen als Folge des globalen Klimawandels werden hier zu einem Szenario von eindeutiger Symbolik verknüpft. Die Gäste des Restaurants sind verschwunden und stattdessen werden Pappbecher, Pommes Frites, Tabletts und das Maskottchen Ronald McDonald zu den eigentlichen Akteuren der inszenierten Katastrophe. Was wie ein authentisches McDonald’s Restaurant wirkt, ist in Wirklichkeit ein Modell im Maßstab 1:1, das auf dem Boden eines großen Swimmingpools in Bangkok in einer transparenten Box gebaut und schließlich mit 80.000 Liter Wasser geflutet wurde. In dieser Modellsituation wird vorgeführt, wie die Welt und die Dinge sich während einer großen Überschwemmung aufführen. Der vermeintliche Realismus der Replika-Katastrophe wird durch die Verwendung von authentischen Tonaufnahmen des glucksenden Wassers und der summenden Maschinen im Restaurant noch befördert. Zugleich hat dieser inszenierte Weltuntergang den Charakter einer Tragikomödie, da die einsetzende Sintflut die Ikonen des Konsums nicht einfach mit sich fortreißt, sondern die sinkenden und umher schwimmenden Gegenstände zu Figuren eines absurden Endspiels werden lässt. Flooded McDonald’s dokumentiert die Faszination einer unaufhaltbaren Katastrophe in Nahaufnahme und der Zuschauer gerät in den Bann von schaukelnden Plastikbechern, sinkenden Pommes Frites und einer „winkenden“ Ronald McDonald Figur.

Vom 29.05.–11.09.2011 ist “Flooded Mc Donalds” im Museum Kunst der Westküste im kleinen Örtchen Alkersum auf der Insel Föhr zu sehen.

Weitere Informationen finden sich via: http://mkdw.de und der South London Gallery

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