Es werde Licht – Antennenlos ins Netz mit Li-Fi

4. August 2011 § Hinterlasse einen Kommentar

Auf eine „Technologie mit enormen Potenzial“ machte Harald Haas vom Engineering Institute der Universität Edinburgh im Juli auf der TEDGlobal-Konferenz aufmerksam. Er zeigte, wie man mit einer anscheinend herkömmlichen Tischlampe Videodaten auf einen Bildschirm übertragen konnte. Möglich machen das LEDs, deren Helligkeit sich sehr schnell regulieren lässt. Mithilfe eines Mikrochips können so Informationen digitalisiert übertragen werden, die auf der Gegenseite durch Photodetektoren wieder in elektronische Impulse umgewandelt werden. Für das menschliche Auge ist das Geflimmere nicht wahrnehmbar.

Die Technik nennt sich Li-Fi und ist nicht von gestern. Die so übertragenen Informationen benötigen weniger Strom als Funknetzwerke, die Geräte sind günstig, gesundheitlich unbedenklich und einfach zu installieren. Da Licht auch ein größeres Frequenzspektrum als kabellose Netzwerke aufweist, kann mit dieser Technik auch der Funk entlastet werden. Die energiesparende Technik prädestiniert sich für den Einsatz in Krankenhäusern und Flugzeugen, die Einsatzmöglichkeiten sind aber sehr vielfältig. Autos könnten nicht nur untereinander mit ihren LED-Scheinwerfern kommunizieren – auch Ampeln könnten Informationen über freie Parkplätze an den Bordcomputer übertragen.

Haas demonstrierte mit seinem Prototyp Datenübertragungen mit zehn Megabit/Sekunde, bis Jahresende sollen es 300 Megabit sein. Auf der Internationalen Funkausstellung (IFA) werden Anfang September Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts zusammen mit Siemens-Techikern ein System vorstellen, mit dem Datenübertragungen von 100 Megabit/Sekunde möglich sind. Auf einer fünf Meter langen Strecke haben sie schon 800 Megabit/Sekunde erreicht – das ist mehr als mit dem WLAN-Verfahren 802.11n.

Auch das Sicherheitspotential des Systems ist enorm: Anders als Funkwellen in einem W-LAN dringt Licht nicht durch Wände, Unbefugte könnten also den Datenstrom nur abgreifen, wenn sie sich mit im Raum befinden. Tages- und anderes Licht soll die Übertragung nicht stören können, und im Dunkeln dimmt sich die LED herunter und gibt nur wenig Licht ab.

Harald Haas auf ted.com

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