Guttenbergt Zuckerberg? Klickbots auch bei Facebook aktiv

31. Juli 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

We just don’t want to deal with Facebook anymore

Das amerikanische Startup Limited Run verabschiedet sich von Facebook. Als Begründung nennen die Macher der Shop-Plattform für Musiker und Künstler eine Entdeckung, die sie im Zuge einer Ad-Kampagne machten: 80 Prozent der Werbeklicks, für die sie bezahlen mussten, stammen von Bots. Die Frage darf erlaubt sein, ob Facebook auf diese Weise seine Werbeeinahmen künstlich hochtreibt?

Für ein neues Produkt hatte das New Yorker Startup eine Facebook-Ad-Kampagne gebucht. Bei der Auswertung stellten sie fest, dass laut ihrer eigenen Web-Statistik lediglich 20 Prozent der von Facebook gezählten und abgerechneten Klicks tatsächlich auf ihrer Website ankamen. Um einen eventuellen Fehler vorzubeugen, versuchten sie es mit anderen Statistik-Tools. Das Ergebnis: Mehr als 15–20 Prozent der Werbeklicks kamen auch hier nicht an.

Daraufhin entwickelte Limited Run ein eigenes Web-Statistik-Tool, mit dem sie feststellten, dass bei rund 80 Prozent der von Facebook abgerechneten Klicks JavaScript deaktiviert war, was wiederum ein Tracking per Analyse-Tool sehr schwer macht. Zudem widerspricht es eigenen Erfahrungen von Limited Run, demzufolge im Durchschnitt nur ein bis zwei Prozent der Nutzer JavaScript deaktiviert hatten. Daraufhin setzten die Gründer einen Page-Logger ein, der alle Seitenaufrufe trackte – und siehe da: 80 Prozent der Klicks stammten von Bots, automatischen Klickrobotern, die die Klickrate und damit auch die Kosten der Ads hochtrieben, aber nie für Konversions sorgen könnten.

Limited Run konfrontierte Facebook mit diesen Ergebnissen und bat um eine Stellungnahme, wer denn für die Bots verantwortlich sein könne. Darüber erhielten sie keine Auskunft, geschweige denn überhaupt eine Reaktion. Erste Erfahrungen mit dem Facebook-Support hatten sie aber schon gemacht: Nach dem Namenswechsel von Limited Pressing zu Limited Run sollte auch die Fanpage umbenannt werden. Nach mehreren Versuchen meldete sich ein Facebook-Mitarbeiter und bot ihnen den Namenswechsel an. Allerdings müsse das Startup dafür einwilligen, ein monatliches Werbebudget in Höhe von mindestens 2.000 US-Dollar freizugeben.

 

P.S. Laut dem MarketWatch-Experten Mark Hulbert ist die Aktie von Facebook trotz des jüngsten deutlichen Kursrückgangs (Ausgabepreis 38,00 US-Dollar) immer noch vergleichsweise zu hoch bewertet. Die Aktie müsste demnach auf 13,80 US-Dollar sinken, um fair bewertet zu sein.

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